Periphere Paresen müssen mit Exponentialstrom behandelt werden

Periphere Paresen müssen mit Exponentialstrom behandelt werden

Eine regelmäßige, täglich angewandte, gezielte Elektrostimulation peripher gelähmter Muskulatur mit sogenanntem Exponentialstrom schafft die bestmögliche Voraussetzung für das Wiedererlangen der normalen Kraft und Beweglichkeit.

Gesunde, normal innervierte Muskulatur, reagiert auf einen Rechteckimpuls mit einer Impulsbreite zwischen 200 – 400 Mikrosekunden bei 35 Hz – 50 Hz (Wiederholungen in 1 Sekunde) mit einer physiologischen Kontraktion. Peripher paretische Muskulatur verliert ihre Reizbarkeit auf dieser kurzen Impulse. Um einen peripher paretischen Muskel zu therapieren, benötigt man einen speziellen Dreieckimpuls (Exponentialstrom) mit einer Impulsbreite von 100-1000 Millisekunden (wird individuell am Patienten eingestellt). Da die gesunde Muskulatur durch Dreieckimpulse nur schlecht aktiviert werden kann, spricht man von einer selektiven Reizung. An diesen Dreieckimpuls schließt sich im späteren Verlauf der Therapie ein Trapezimpuls an, der in seiner Form variabel gestaltet werden kann. Dadurch kann der Patient schrittweise an Rechteckimpulse angenähert werden. Einzelimpulse mit einer Pause von 3 – 5 Sekunden erzeugen eine Einzelkontraktion an der paretischen Muskulatur und verhindern eine Atrophie und eine Degeneration. Für die peripher paretische Muskel/Nerv-Einheit ist die selektive Reizung erforderlich, da die kontraktilen Elemente dann erhalten bleiben. Dies ist aber zwingende Voraussetzung für die physiologische Muskelkontraktion bei erfolgreicher Reinervation.

Peripher paretische Muskulatur, die elektrotherapeutisch nicht mit Exponentialstrom therapiert wird, degeneriert und verliert ihre Kontraktionsfähigkeit. Eine bindegewebige Umwandlung ist die Folge, die nicht mehr rückgängig zu machen ist. Diese spezielle Elektrotherapie wird über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren durchgeführt, wobei sich die Impulsform dem Behandlungsfortschritt anpassen sollte. TENS-Geräte und normale Muskelstimulationsgeräte sind für diese Therapie nicht geeignet, da die individuell einzustellende hohe Impulsbreite in diesen Geräten nicht erzeugt werden kann.

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